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Blickpunkt - Alles von Gott zu erwarten


Kürzlich habe ich mir mal wieder eine alte Predigt von Hans-Peter Royer angehört. Einige Gedanken möchte ich euch an dieser Stelle weitergeben, weil sie mich bewegt und herausgefordert haben. Es ging um das Thema „Alles von Gott zu erwarten“. Was erwarten wir im Alltag eigentlich noch von Gott?

Häufig muss ich feststellen, dass ich von Gott in meinem alltäglichen Leben oft nur das erwarte, was ich möglichst auch selbst beein flussen kann oder sowieso schon erwarte. Und wenn etwas gut gelingt, dann danke ich Gott, obwohl ich es häufig aus eigener Kraft versucht habe. Beschränken wir Gott in solchen Situationen zu sehr auf unsere „eigenen“ Fähigkeiten?

In 2. Könige 3 lesen wir wie die Israeliten gegen die Moabiter in den Krieg ziehen. Allerdings haben die Israeliten ein Problem. Denn auf ihrem Weg durch die Wüste sind sie kurz vor dem Verdursten. In ihrer Verzweiflung fragten die Könige den Propheten Elisa was zu tun ist, denn „das Wort des Herrn war bei ihm“ (2. Könige 3,15). „Und er sagte: So spricht der Herr: Macht  in diesem Tal Grube an Grube. Denn so spricht der Herr: Ihr werdet keinen Wind sehen und keinen Regen sehen, und doch wird sich dieses Tal mit Wasser füllen, so dass ihr trinken könnt, ihr und eure Herden und euer Vieh.“ (2. Könige 3,16–17). ?

Eine unerwartete Antwort Gottes auf die Notlage der Israeliten. Ich stell mir in dieser Situation immer die Moabiter vor, die wohl die Israeliten beobachteten und sahen wie diese halb verdurstet in der trockenen Wüste – keine Wolke in Sicht – plötzlich begannen Grube an Grube zu schaufeln. Objektiv betrachtet muss man sagen: Da ist keine Hoffnung. Keine Wolke in Sicht und die Israeliten graben Grube an Grube. Was wir hieraus lernen können ist aus meiner Sicht sehr tiefgreifend. Erwarte die Lösung deines Dilemmas nicht auf menschlicher, verständlicher Ebene, sondern erwarte die Lösung des Dilemmas auf Gottes Weise. Woher erwarten wir die Lösung unseres Dilemmas (sei es Arbeit, Gesundheit, Ehe, Gemeinde, …)? ?

Tobias GuthmannIn Markus 9 lesen wir von einem verzweifelten Vater eines von einem stummen Geist besessenen Jungen. Dieser wendet sich zu Jesus und sagt: „Aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du etwas kannst? Den Glaubenden ist alles möglich. Sogleich schrie der Vater des Kindes und sagte: Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,22–24).?

Geht es uns nicht manchmal so, dass wir Jesus nicht wirklich zutrauen unsere Probleme in Beruf, Ehe, Gesundheit, Gemeinde zu lösen und sagen: „Ja, falls du was kannst Jesus, dann greif ein, aber ganz vertrauen kann ich dir doch nicht.“ Jesus wird dich fragen: „Wie meinst du das, wenn du etwas kannst?“ ?

Ihr und Euer Tobias Guthmann (Mitglied der Gemeindeleitung)


von heg - erstellt am 29 Januar 2015

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